Freier Fall

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Alleine komm ich 
Nicht an sie heran
Erst in deinem Arm bricht
Dann bei mir der Damm
Ein schwerer Sturm zieht
Quer über das Feld
Und nur du ahnst,
Was mich im Stillen quält

Freier Fall
Freier Fall

Voll Angst denk ich an den Tag
Wenn du gehst
Wie soll die Welt sich
Ohne dich bloß drehen?
In welche Richtung
Soll ich dann nur gehen
Wenn wir uns nicht mehr sehen?
Wer nimmt mich in den Arm
Wird mich verstehen?

Freier Fall
Freier Fall

Ich werd' für immer dein Lachen hören
Und deine Hand an meiner Wange spüren
Deine Flausen in meinem Kopf tragen
Und skurrile Dinge davon sagen

...

Hey Mama, geh nie fort
Oder warte auf mich
An 'nem besseren Ort


© Jessica Fuchs

Kontext

Das Lied ist an Heiligabend 2023 entstanden. Weihnachten ist nicht nur eine Zeit voll guter Gerüche, guten Gebäcks und bunter Lichter: Es wirft mitunter auch große Fragen auf, weil uns dank unserer Medienlandschaft gewisse Ideale eingetrichtert werden, die nur selten der Wahrheit entsprechen (und wahrscheinlich auch dann nicht immer ideal sind, vermute ich). Mich regt Weihnachten dazu an, über das Thema Familie nachzudenken - und damals hat mich der Gedanke, den wichtigsten Menschen, den ich so habe, zu verlieren, weil das irgendwann der Lauf der Zeit ist, sehr sehr beschäftigt. 

Weil das Lied für mich so intensiv ist, habe ich häufig das Outro ("Hey Mama, geh nie fort") bei Live-Auftritten abgewandelt zu "Hey bitte, geh nie fort", damit ich nicht anfangen muss zu weinen... und so entfaltet der Text ganz viele weitere Interpretationsmöglichkeiten. Jemand hat ihn aufgrund des Textes zum Beispiel als Liebeslied bzw. Trennungslied gelesen - spannend oder? Das war ein Wendepunkt, an dem ich gelernt habe, dass weniger Kontext nicht nur mich selbst schützen kann, sondern auch mehr Interpretationsspielräume für die Hörerschaft eröffnet.

Trotzdem bleibt das hier ein Mama-Lied für mich, weil trotz aller Liebe zum Songwriting am Ende das Gefühl zählt, das zum Song führte.